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© Michael Huter

Gastkommentar von Michael Huter

14.08.2019

Der Trafikant aus St. Johann in Tirol hat sich genau angesehen, wie sich die Zahlung per Karte in Kombination mit dem Debit-Card-Problem auswirkt.

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Bei Durchsicht der Halbjahreszahlen fiel mir der anteilsmässige Zuwachs der Kreditkartenzahlungen  an den unbaren Zahlungen auf. Im ersten Halbjahr 2018 betrug der Kreditkartenanteil noch verschmerzbare sieben Prozent, welcher sich nun auf 27 % im ersten Halbjahr 2019 nahezu vervierfachte. Die Gesamtsumme der unbaren Zahlungen stieg ebenfalls um satte 27 %.
Dies ist teilweise dadurch zu erklären, dass die Kunden ja schon mit der Bankomat- oder Kreditkarte den Automaten entsperren – dann dieselbe Karte gleich für den Bezahlvorgang zu verwenden, ist also naheliegend. Und liegt auch durchaus im ­Eigeninteresse von Terminalprovidern und Banken, wie wir später sehen werden. In Wahrheit ist der Anteil der Zahlungen per Kreditkarte kaum angestiegen: Was sich hier als extremer Zuwachs abzeichnet ist die immer größere Verbreitung der Debitkarten, die derzeit von der Erste Bank und Sparkasse als Ersatz für die bisherigen Bankomatkarten ausgegeben werden. 

Selbstversuch

Nun hab’ ich mit meinen Concardis-Kartenterminals einen Vergleichstest mit meinen eigenen Bankomatkarten mit einer Transaktionssumme von jeweils einem Eurocent durchgeführt. Noch immer werden die neuen Debitkarten durchwegs als 
Kreditkarten mit entsprechenden Spesen erkannt und abgerechnet. Umgelegt auf einen Kleineinkauf um fünf Euro ergibt sich nun folgende Ertragsminderung:

1 Chesterfield, Spanne = € 0,603
Entgelt Concardis Maestro/VPAY = € 0,05 
Kosten 8,3 % der Spanne TFG
Entgelt Concardis DEBIT/Kreditkarte = € 0,26 
Kosten 43 % der Spanne TFG

5 € Lottoprodukt, Spanne Ø 5,5 % = € 0,275
Entgelt Concardis Maestro/VPAY = € 0,05 
Kosten 18,2 % der Spanne
Entgelt Concardis DEBIT/Kreditkarte = €0,26 = quasi Nullertrag!!!!

Und die Verkaufsstellen?

Dies sind wohlgemerkt die Verhältnisse bei Tabakfachgeschäften! Verkaufsstellen mit ihren zusätzlich geringeren Spannen müssen noch viel mehr aufpassen, nicht in die Falle zu gehen, welche die unbare Zahlung für sie bereithält. Im schlimmsten Fall legt der Trafikant sonst bei jeder Transaktion noch eigenes Geld nach.

 

Den vollständigen Gastkommentar können Sie ab 23. August in der druckfrischen Trafikantenzeitung nachlesen.
 

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